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Vier Jahre lang hat sich Rea Dubach Zeit genommen, um Síds zweites Album zu komponieren und sich dafür in die isländische Mythologie vertieft und die Sprache gelernt. So war es ihr möglich, sich textlich nahe an der originalen Erzählung von Völuspá zu halten, so, wie sie in der Edda steht (einer Sammlung von Isländischen Mythen und Gedichten aus dem 13. Jahrhundert). «Völuspá» ist eine Geschichte aus dem nordischen Mittelalter, die in sechzig Stabreimversen vom Auf- und Untergang der Erde erzählt. Übersetzt heisst Völuspá «Weissagung der Seherin» (Völva = Seherin, Spá = Prophezeiung).

Wie eine Drehbuchautorin hat Rea Dubach, Szene für Szene, ihre eigene Version entstehen und sich dabei beflügeln lassen von der Musik von Sidsel Endresen, Christian Wallumrød, Mica Levi, The Book of Knots, Kira Kira, Alva Noto und Björk.
Schicht für Schicht, wie die Rinde am Baum, ist «Völuspá» entstanden: von den ersten rein akustischen Elementen (Slide Gitarre, Bass, Piano und Schlagzeug) bis hin zu den elektronischen Spielereien mit Field Recordings (von Ping-Pong-Bällen bis zu Heizungsrohren). Zusätzliche Gitarren, perkussive Elemente, Glockenspiel, Bandurria, Laute, Moog, Rhodes und ein klassisches Piano sorgen für ein orchestrales Hörerlebnis.

Mit «Völuspá» veröffentlichen Síd ihr zweites Studioalbum. Das Trio spielt experimentellen Jazz, holt aber weit aus und klingt von verwunschen romantisch bis metallen hart nach sämtlichen Klangschattierungen. Musik alleine ist das nicht. Es ist vielmehr ein Hybrid aus musikalischen Texturen und einer Art Hörspiel-Vertonung vom gleichnamigen Gedicht. Síd haben nicht nur ein musikalisches Wunderwerk in vierzehn Liedern erschaffen, sondern auch eine eigene Welt ausgehoben.

«Völuspá» lässt sich musikalisch keinem Stil zuordnen, darf aber als zukunftsweisend betitelt werden: Die Verbindung von Elektronika, Naturgeräuschen und klassischen Instrumenten ist hypnotisch, episch und steckt voller klanglicher Magie.